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Kommunale Baupolitik – “ Wohr “ Capelle

Vor ca. 10 Jahren gab es in Capelle einen Drogeriemarkt, einen Bäcker, eine Gaststätte, Pommesbude und Dönerladen. All dies konnte trotz der parallel verlaufenden Vermarktung Kolpingstraße nicht gehalten werden. Jetzt sollen ca. 40 Wohneinheiten das schaffen, was 2000 Einwohner nicht mehr schaffen können.

Den örtlichen Einzelhandel auf lange Sicht sichern, ebenso wie die Schule und den Kindergarten.

Aber zum Leben mehr braucht es dann doch mehr als einen kleinen Lebensmittelladen, eine Schule und einen Kindergarten.

Menschen wollen essen, werden krank, müssen zum Zahnarzt, zum Bürgerbüro, zur Post, zum Jugendzentrum, wollen mal Pizza, Pommes oder Döner. Vielleicht fehlen auch nur Patronen für den Füller oder Kopfschmerztabletten.

Und was bleibt den Capeller BürgerInnen ? Sie fahren natürlich. Es bleibt ihnen ja auch gar nichts anderes übrig !

Dass bedeutet in den meisten Familien : Außerhalb der Infrastruktur zu wohnen bedeutet auch noch die Notwendigkeit eines zweiten Autos.

So produzieren wir in einer Zeit, in der wir alle uns dem Klimaschutz zuwenden sollten neben den Pendlerströmen zur Arbeitsstelle auch noch zusätzlich Fahrten für den alltäglichen Bedarf und die Freizeit .

Um diesen Irrsinn zu verhindern sieht der Landesentwicklungsplan klar vor, neue Baugebiete dort zu entwickeln, wo die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.

Und was machen wir ? Wir ignorieren diese Erkenntnisse nicht nur, sondern riskieren mit der Ausweisung dieses Baugebietes im kleinsten Ortsteil eine Rücknahme von Siedlungsflächenreserven in Nordkirchen und Südkirchen ! Da wo die Infrastruktur vorhanden ist.

Es liegt nicht in der Natur der GRÜNEN alle Baugebiete zu verhindern. Aber es liegt in der Natur der GRÜNEN ,dass wir unser aller Lebensraum schützen wollen, wie und wo es nur irgend geht. Und, dass wir da planen und bauen wo es sinnvoll ist !

Deshalb fordern wir eine kommunale Wohnungsbaupolitik welche ein Gesamtkonzept aller drei Ortsteile als Grundlage hat.

Ein Konzept, in dem alle, unter Berücksichtigung des Arten- und Umweltschutz, geeigneten Siedlungsflächenreserven aufgeführt sind. Ein Konzept, in dem eine nachvollziehbare Bedarfsermittlung erfolgt einschließlich der Untersuchung aller Alternativen. Ein Konzept mit einem Modell zur zukünftigen Nutzung älterer Wohngebiete der 50er, 60er und 70er Jahre sowie die Ausschöpfung jeglicher Nachverdichtungspotentiale. Und ein Konzept welche Mobilität und Infrastruktur neu denkt.

Wenn die Welt sich verändert, die Kommune sich wandelt und vor immer neuen Herausforderungen steht, reicht es nicht, all das, was wir bisher getan haben, einfach nur besser machen zu wollen. Wandel bedeutet Veränderung, auch in der Reaktion auf die anstehenden Probleme.

Zukunftsfähige Modelle zur Sicherung der Infrastruktur bauen nicht darauf , ob 1950 oder 2050 Menschen in einem Ort leben, um funktioniernden zu können.

Schulen und Kindergärten bekommen ebenso wie Vereine Zuspruch, wenn sie das bieten, was die Menschen vor Ort sich wünschen und brauchen. Das gilt es für uns zu begleiten und zu stärken.


7. Dezember 2018 • Nordkirchen • Uta Spräner