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Bauvorhaben Venneker

Rede von Uta Spräner, Ratsmitglied im Rat der Gemeinde Nordkirchen, am 4.12.2015
Uns alle eint der Wunsch eine gute und richtige Entscheidung für unsere Gemeinde zu treffen. Dabei unterscheiden sich Meinungen was hier gut, richtig und wichtig ist. Während der Augenmerk der einen Seite verstärkt auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten liegt ,schauen andere intensiver auf die damit verbundenen, möglichen Gefahren wie Gesundheitsbeeinträchtigungen, das Sinken vorhandener Immobilienwerte, und – nicht zuletzt – eine Verschlechterung der Lebensqualität. Die Erweiterung und Neuansiedlung (und ich spreche bewusst nicht von einer Umsiedlung) der Fa. Venneker stellt für viele Menschen in Nordkirchen genau das mittelbar und unmittelbar dar.

 

Mit unserem letzten Ratsbeschluß zu diesem Punkt haben wir der Fa. Venneker Gelegenheit geben, die ersten Schritte zu gehen, Gutachten einzuholen und uns somit dabei zu helfen eine gute Entscheidung für unseren Ort zu treffen.
Ich habe mir in vielen Gesprächen mit verschiedenen Bürgern ein Bild von den Sorgen der Betroffenen gemacht, und sehe zum derzeitigen Stand keine ausreichende Fakten, die mir das Gefühl geben, diese Bedenken wirklich ausräumen zu können.

 

Gesundheitsgefahren
Herr Venneker wird sich der MRSA Problematik durchaus bewusst sein. Ich hätte mir gewünscht, dass ER und nicht eine BI zu einer Informationsveranstaltung diesbezüglich einlädt. Und das rechtzeitig. Um Bürger zu Informieren und uns im Entscheidungsprozeß zu helfen.

Bezüglich der Lebensqualität stellt sich mir als Bürgerin und politische Vertreterin zudem die Frage nach dem Leitbild unserer Gemeinde, welches am Ende die Grundlage einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Entwicklung darstellt. Ein Leitbild welches sicher stellt, daß Entscheidungen nicht auf einer, für den Einzelfall geschaffenen Basis getroffen werden. Ich wünsche mir eine Gemeinde, welche sich ihre Werte wie eine ländliche Umgebung, eine vorhandene touristische Qualität und eine dörfliche Struktur erhält und DARAUF aufbaut. Welche Vision haben wir?
Wie soll Nordkirchen in 10 oder 20 oder 50 Jahren aussehen? Meiner Meinung nach, ist der ständige Ausbau weiterer Gewerbe und Industrieflächen dabei nicht der Weg, den wir als touristische und familienorientierte kleine Gemeinde gehen sollten. Auch wenn das vor 15 Jahren von uns oder unseren Vorgängern so festgelegt wurde. Die Realisierung eines FNP ist keine gesetzliche Pflicht. Und dazu nochmal in den Raum gefragt: wie werden wir entscheiden, wenn ein ortsansässiger Landwirt entscheidet in diesem neuen Industriegebiet eine große Masttierhaltung er realisieren. Auch das bringt Steuern. Ab wann sagen wie NEIN ? Wo liegt unsere Schmerzgrenze ?
Immobilienwerte
Was wir an Mehreinnahmen durch Gewerbesteuern gewinnen können, könnten wir durch den Verlust an Einwohnern und somit auch Geld wieder verlieren. Wie werden sich die GRST Preise in den Baugebieten entwickeln ? Welche Auswirkung hat dies auf das gesamte Preisniveau der Gemeinde? Welche Auswirkung wird es auf bestehende Immobilien haben? Fragen wir doch mal die neu zugezogenen Bürger warum sie sich für das Leben in einem Dorf entschieden haben. Warum sie nicht in der nähe eines Industriestandortes leben. Fragen WIR uns doch, wer von uns GERNE in der Nähe eines solchen Betriebes wohnen möchte. Und das ist unsere Aufgabe: Ein Lebens- und Wohnumfeld zu schaffen, in dem die Menschen gerne leben. Unsere Gemeinde hat Potentiale und dazu gehört in erster Linie eine hohe Lebensqualität. Diese gilt es zu erhalten und auszubauen. So sichern wir langfristig einen Ort, an dem es gut ist zu leben. Für jetzt und auch für die Zukunft.
Aus diesen Gründen, werde ich dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung zur Änderung des FNP und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes „Viehhandelsbetrieb Venneker“ nicht folgen.

 

Vielen Dank

 

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5. Februar 2015 • Nordkirchen • Tanja Werner